Tool No. 1: Was ist Sexismus?

Diskriminierung ist ein stetig aktuelles Thema. Gruppierungen von Menschen formieren sich gegen andere Gruppierungen von Menschen um sich abzugrenzen, zu behaupten, zu dominieren. Um zu verstehen was Sexismus ist muss man sich damit beschäftigen woher er kommt und warum er existiert.

Während Diskriminierung gegen Gruppen wie Menschen anderer ethnischer Abstammung, oder fremder Herkunft politisch stark thematisiert wird, scheint eine Gruppierung besonders marginalisiert zu werden: Diese Gruppierung ist die zweitgrößte der ganzen Weltbevölkerung: Frauen.

Der Grad an negativer Auswirkung von Diskriminierung, abhängig von der diskriminierten Gruppierung, ist schwer zu vergleichen. Eines ist jedoch ziemlich offensichtlich: Egal welcher Gruppierung man angehört, ist man eine Frau, wird noch eine Ladung oben drauf gepackt.

In Diskussionen rund um das Thema Diskriminierung gerät man oft an einen Punkt, an welchem Sexismus als subjektive Empfindung abgetan wird. Was für den Einen sexistisch wirkt, tut es für den Anderen vielleicht nicht.

Gräbt man allerdings etwas tiefer bis zu den Wurzeln unseres kulturellen Verständnisses von Normen und Werten, ist sehr klar zu erkennen: Die Basis von Sexismus wie wir ihn heute noch erleben basiert auf Vorstellungen die vor hunderten von Jahren formuliert wurden. Sie sind konkret und sie sind kein reines Gefühl. Was wir heute noch davon spüren sind Relikte aus Zeiten in welchen die Ordnung der Welt andere Ziele hatte als Gerechtigkeit und Freiheit.

In welcher Form findet man Sexismus wenn man ihn sucht?

Am einfachsten ist es seinen Spuren zu folgen. Von Blondinenwitzen, über ungleiche Gehälter, über Essstörungen, bis zu Statistiken über Gewalt an Frauen. Folgt man der Fährte kommt man schnell vom Kleinen zum ziemlich Großen.

Dieses Zine soll dazu dienen Sexismus besser zu verstehen indem es Ansätze liefert um ihn zu ergründen, zu erkennen und seine Auswirkungen wahrzunehmen. Wenn man das kann, besitzt man ein Werkzeug um ihn Stück für Stück aus unserem Zusammenleben zu entfernen, damit auch das letzte Relikt irgendwann verschwindet.