Tool No. 3: Will boys be boys?

Feminismus wird fälschlicherweise oft als generalisierter Kampf gegen Männer verstanden. Der tatsächliche Kampf des Feminismus gegen stereotypisierte Rollenbilder und die damit einhergehende Diskriminierung ist jedoch das Gegenteil: Indem Frauen die Möglichkeit bekommen aus ihrem Rollenbild auszubrechen, passiert für Männer das Gleiche.

Die Vorstellung von „Männlichkeit“,wie sie unsere Kultur beherrscht dient zwar der Privilegierung des männlichen Geschlechts, bringt jedoch trotzdem viele schädliche Eigenschaften mit sich. „Seinen Mann zu stehen“ ist ein hartes Unterfangen. Die Grenze der „Verweichlichung“ ist eng geschnürt und persönliche Freiheiten wie das Zeigen von Angst, Verletzlichkeit, Empathie und Schwäche gelten oftmals schon als Überschreitung.

Dadurch konstruierte Machtasymmetrien begünstigen die Abwertungsmechanismen unmännlicher Rollen. Phänomene wie das Mansplaining zeigen beispielsweise die unterbewusst wirkende Degradierung unmännlicher Kompetenz und gleichermaßen den Profilierungsdruck der männlichen Rolle. Von Kind an lernen Männer ihre Emotionen zu verstecken, ihre Stärke zu beweisen und erfolgreich zu sein um später als Mann die Fähigkeit zu besitzen Familie und Geschäfte zu leiten.

Wenn ein Mann versucht dieses Bild zu durchbrechen hat er oft mit harten Konsequenzen zu rechnen. Transfrauen, welche solch eine Überschreitung anhand ihrer körperlichen Wandlung offen zeigen, gelten als eine der am stärksten Gewalt gefährdeten Minderheit weltweit.

Während Frauen weitgehend die Freiheit genießen sich sogenannte „männliche“ Attribute anzueignen wird andersherum die Grenze zur „Weiblichkeit“ streng überwacht. Eine Frau kann sich in westlichen Kulturkreisen heute die Haare kurz schneiden und eine Hose tragen ohne mit größeren Problemen rechnen zu müssen. Wenn ein Mann aus Lust und Laune einen Rock tragen will, tanzt er immer noch aus der streng definierten Reihe.


Dieses Zine soll dazu dienen den Irrglaube des „Feminismus gegen Männer“ zu beseitigen. So kann eine Grundlage geschaffen werden, auf welcher Männer und Nicht-Männer zusammen gegen stereotypisierte Rollenbilder und die damit verbundenen, schädlichen Grenzen vorgehen können. Das Zine soll aufzeigen, inwiefern Sexismus für Männer ebenso schädlich ist wie für Frauen und wie Feminismus und „Maskulinismus“ das gleiche Ziel verfolgen.