Tool No. 10: Kunst

Kunst ist eine Form komprimierter Kommunikation und hat die Fähigkeit als Ausdrucksmittel unserer Kultur Dinge so direkt zu formulieren, wie es manchmal anders nicht möglich wäre. Deshalb ist Kunst als Formulierung unserer Kultur ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen Sexismus.

Die Geschichte der Frau im Kontext der Kunst ist leider nicht besonders stark. Sie ist durchaus eine schöne Geschichte, aber keine von selbstbestimmtem Ausdruck oder gleichberechtigtem Wirken. Das Verständnis des „Künstlers“ ließ lange Zeit keine weibliche Kreativität gelten und wenn, dann nur in sehr beschränktem Rahmen.

Die Muse gilt als weibliches Symbol der Kunst. So kreativ eine Muse jedoch auch sein konnte, ihre Rolle war immer die der Inspirierenden und nicht die der Inspirierten. Das Wirken einer Muse ist somit immer passiv und objektifizierend. Es ist bekannt, dass hinter großen Künstlern unserer Geschichte oft Frauen standen, welche ihre Kreativität inspirierend im Hintergrund gelebt haben.

Die Kuratorin der Manchester Art Gallery Clare Gannaway ließ 2018 das Bild „Hylas and the Nymphs“ des englischen Malers John William Waterhouse aus dem Museum entfernen. Darauf zu sehen sind nackte, badende Frauen, welche einen Mann durch ihre Schönheit ins Verderben locken. Clare Gannaway wollte mit dieser Aktion eine Debatte auslösen, um darüber zu sprechen wie Bilder degradierter Weiblichkeit heute gezeigt werden sollen und können. Die Museen unserer Kulturen sind bis zum Rand gefüllt mit solchen Darstellungen.

Umso wichtiger ist ein entgegengesetzter weiblicher Standpunkt in der Kunst. Der Kunstmarkt ist immer noch stark männlich dominiert, aber immer mehr Frauen schaffen es mit ihrem künstlerischen Ausdruck mehr und mehr Menschen zu erreichen und damit zu bewegen. Dieses Zine soll dazu dienen die weibliche Rolle in der Kunst aufzuzeigen und zu hinterfragen. Es soll den starken Nutzen von Kunst als Werkzeug im Kampf gegen Sexismus darstellen und dazu anregen diesen zu fördern.