Tool No. 2: Das andere Geschlecht?

Um Sexismus auf den Grund zu gehen muss man sich vorerst mit den Kriterien beschäftigen welche die diskriminierte Gruppe vom Rest unterscheiden. Was genau ist also eine Frau eigentlich? Bei der Suche nach der Antwort auf diese Frage stehen Sexisten vor einem großen Problem. Selbst auf rein biologischer Ebene stellt es sich als schwierig heraus, eine Frau an bestimmten Merkmalen zu erkennen. Ist beispielsweise eine unfruchtbare Frau im biologischen Sinne eine Frau? Kann man Transsexuelle einem bestimmten Geschlecht zuordnen, oder wie definiert man Menschen, welche doppelgeschlechtlich geboren werden?

Dieses Zine befasst sich in den Ebenen der Biologie, Soziologie, Neurowissenschaft und Psychologie mit der Form der Weiblichkeit. Beschäftigt man sich mit dieser Vielseitigkeit des Ausdrucks weiblicher Identität wird schnell klar, dass Weiblichkeit keine in Stein gemeißelte Grenzen aufweisen kann.

Nach heutigen Erkenntnissen muss Weiblichkeit als eine fluide Form verstanden werden und trotzdem gelten gesellschaftlich definierte Eigenschaften von Weiblichkeit in vielen Kulturkreisen als unüberwindbare Regeln. Die Gendertheorie erklärt dieses Phänomen indem sie davon spricht, wie wir von Klein an lernen, das uns zugewiesene Geschlecht zu performen und den Ausdruck unserer Persönlichkeit nach diesen Regeln auszurichten.

Dieses Zine soll dazu dienen die Identität des weiblichen Geschlechts und dessen Rolle besser zu verstehen um diese zu hinterfragen. Mit dem Verwischen der Grenzen von Weiblichkeit können stereotypisierte Rollenbilder durchbrochen werden. Wenn klar wird, dass die vordefinierte „Frau“ wie sie seit langer Zeit in unseren Köpfen existiert nicht wahr sein kann, bietet das eine Grundlage um dem Sexismus sein Ziel zu nehmen.