Tool No. 9: Design

Wenn man von Feminismus als Umformung sexistischer Realität spricht ist Design ein mächtiges Werkzeug. Denn Design erschafft Form, wie auch immer man sie sich vorstellen kann.

In einer sexistischen Realität kann Design leider auch sexistische Formen schaffen. Der „Male Gaze“ wird als Ausgangspunkt sexistischer Inszenierung verstanden und beschreibt einen internalisierten männlichen Blickwinkel, mit welchem leider zu oft gestaltet wird. Die Form einer Vielzahl unserer Medieninhalte bedient ausschließlich vermeintlich männliche Blickwinkel.

„Sex sells“ ist ein Ausdruck den jeder kennt. Dabei ist er weit davon entfernt wahr zu sein. Nahezu jedes Produkt, von Autos bis Kaugummi, wird heute mit sexistischen Darstellungen weiblicher Körper inszeniert. "Mit diesem Auto kaufst du dir das Gefühl, diese Frau auf dem Beifahrersitz haben zu können." Wie schade, dass man sich die Frau nicht gleich dazu bestellen kann...

Geht man heute in einen Spielzeugladen hat man meistens die Wahl zwischen zwei Abteilungen. Rosa oder Blau, Glitzer oder Panzer. Das war nicht immer so. Die Gestaltung dieser Produkte resultiert nicht etwa aus den Bedürfnissen ihrer Konsumenten, sondern aus gezielten Marketingstrategien die es dem Käufer leichter machen sollen sich für das richtige Produkt zu entscheiden.

Das Problem hierbei ist: Wenn es nur noch Rosa und Blau gibt, wie soll man sich dann für Orange entscheiden?

Die Designbranche ist leider weiblich unterbesetzt obwohl überwiegend Frauen Design studieren. Die Gründe dafür werden kontrovers diskutiert. An einem kann es allerdings nicht liegen: der Qualität ihrer Arbeit. Es sei denn diese wird zu oft falsch beurteilt, oder nicht ausreichend gefördert. Das könnte sich darin bestätigen, dass selbst Frauen welche im Design viel erreicht haben deutlich weniger öffentliche Aufmerksamkeit genießen, als ihre männlichen Mitstreiter.

Immer mehr Designer*innen nutzen ihre Fähigkeiten um eine Realität zu gestalten, welche frei von stereotypisierten Bildern und diskriminierenden Botschaften existiert. Einige formen Medien sogar um gezielt gegen Sexismus vorzugehen. Dieses Zine soll aufzeigen inwiefern die Gestaltung unserer Umgebung unser Rollenverständnis beeinflusst und wie man sie nutzen kann, um eine gleichberechtigte Form zu schaffen.